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Pfarrei St. Josef, Holz 

 

 

Die heutige Pfarrkirche St. Josef in Holz wurde in den Jahren 1926 bis 1927 gebaut, nachdem die vorherige Notkirche aus dem Jahre 1892, die bereits dem heiligen Josef gewidmet war, nicht mehr den Erfordernissen der wachsenden Pfarrgemeinde genügte. Auch für diese neue Kirche wurde wiederum der heilige Josef als Patron gewählt.

Im Rahmen der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konziles wurde der Altarraum erstmals 1965 umgestaltet. Eine weitere Umgestaltung erfuhr das Chor dann in den Jahren 1977/1978. Hierbei erhielt der Altarraum in etwa bereits sein heutiges Aussehen. Sein endgültiges Aussehen erhielt das gesamte Kirchenschiff anlässlich einer großen Renovierung der gesamten Kirche in den Jahren 1990 bis 1993. In einem feierlichen Gottesdienst wurde die Pfarrkirche am 12. September 1993 wiedereröffnet. Die endgültige Vollendung der Renovierungsmaßnahmen erfährt die Kirche durch die Neugestaltung des Altarraumes. Die künstlerische Gestaltung des neuen Altarraumes hat der Kirchenkünstler Hans Rams (Niederbreitbach) in Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat geplant und entworfen. Die Arbeiten führte der Bildhauer- und Steinmetzmeister Gordon Schnur (Marpingen) durch.

 

Am Dreifaltigkeitssonntag, 18. Juni 2000, hat Herr Weihbischof Dr. Felix Genn aus Trier um 15.00 Uhr in einem feierlichen Pontifikalamt den neuen Altar konsekriert und den neuen Ambo und die Tabernakelstele eingesegnet und ihrer Bestimmung für die gottesdienstlichen Feiern der Gemeinde und den Seelsorgern übergeben.

 

Weihbischof Dr. Genn bei der Ansprache und der anschließenden Altarkonsekration
Tabernakel    
Hl. Josef im Altarraum im Seitenschiff restaurierter alter Altar 

 

Holz St. Josef\SZ vom 4./5. Dezember 2010

 

Ikonenweihe am 26. November 2006

Während des Gottesdienstes am 26. November 2005 wird eine Taufikone, eine Spende aus der Pfarrei, feierlich geweiht. 

Diese Ikone bildet die Taufe Jesu im Jordan ab und trägt den Titel »Und siehe, da tat sich ihm der Himmel auf.« (Mt 3,16.) Ich möchte Ihnen heute schon eine kleine Erklärung zu dieser Ikone geben:

Die Ikone stellt ein heilsgeschichtliches Ereignis dar und will unsere Blicke auf die Heilsökono­mie lenken - nämlich auf den Vollzug des ganzen Heilsgeheimnisses in der Geschichte.

In dem Augenblick, da Jesus »die Gerechtigkeit ganz erfüllt« und kundtut, dass er als Knecht Jahwes den Weg der De­mut und der Erniedrigung gehen will, charakterisiert die messianische Salbung durch den Vater im Heiligen Geist »Das ist mein ge­liebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe« die erste Gottesoffenbarung der göttlichen Trinität. Sie macht die ewige Quelle des Heilsplans Gottes offenbar. In diesem Zusammenhang steht die Theologie der Taufe Jesu: Das Geheimnis Gottes, das in der dreifaltigen Liebe besteht, kann sich nur offenbaren im vollkommenen Gehorsam des »einzig Ge­rechten« aus Liebe zum Vater, dem »Erstgeborenen der ganzen Schöpfung« (Kol 1,15), der aus freiem Entschluss in die Wasser des Todes eintaucht, öffnet sich der Himmel. Die Taufe des Herrn ist deshalb der Beginn einer neuen Schöpfung, der durch die Gegenwart des Heiligen Gottes zum Leben erweckt wird.  

Es ist dies die Botschaft dieser wunderschönen Ikone, die ihren Platz in der Taufkapelle der Pfarrkirche erhalten wird, mit ihrer stark vertikal ausgerichteten Komposition. Zwischen den schroff abfallenden Felsen, die wie gemeißelt wirken, erscheinen die dunk­len Fluten des Jordans wie eingezwängt in eine Schlucht. In diesen Schlund eines »schwarzen Ozeans und flüssigen Grabes« ist »der Schönste der Menschenkinder« eingetaucht. Seine segnende Ge­stalt, die in den typisch klassischen Proportionen der griechischen Schule entworfen ist, zeichnet sich deutlich ab und ist voll von majestätischer Klarheit. Um seine Füße weiten sich die Felswände und bilden eine Art Höhle, die mit Wasser gefüllt ist und die an jene finstere Höhle erinnert, aus der der auferstandene Herr die alten Patriarchen zum Leben rufen wird.

Es gibt eine strenge Parallelität zwischen dem Eintauchen in den Jordan und dem Hinabsteigen in das Reich des Todes. Denn weil die abgrundtiefen Wasser mit ihrer zerstörerischen Kraft im hebrä­ischen Denken die Macht des Bösen repräsentieren, tritt Christus in beiden Fällen in den Herrschaftsbereich Satans, um diesen zu besiegen. Deshalb deutet das Eintauchen des Herrn in das Wasser sowohl auf den Sieg über Satan hin, als auch auf die heilbringende Erleuchtung, die sich beide im österlichen Geheimnis vollenden werden. Cyrill von Jerusalem drückt es so aus: »Da die Häupter der Drachen zerschmettert werden sollten, stieg Jesus in das Wasser und band den Gewaltigen«

Hier bewahrheitet sich das Wort Jesajas: »An jenem Tag bestraft der Herr mit seinem harten, großen, starken Schwert den Leviatan, die schnelle Schlange, den Leviatan, die gewundene Schlange. Den Drachen im Meer wird er töten« (Jes 27,1). Paradoxerweise jedoch - und genau dies ist die Botschaft der Erscheinung am Jordan - besteht dieses »»harte Schwert« in der grenzenlosen Erniedrigung des fleischgewordenen Wortes: »Indem du das Haupt vor dem Vorläufer neigtest, hast du den Kopf der Dämonen zerdrückt; und indem du hinab stiegst in die Fluten, hast du das Universum erleuchtet, damit es dich verherrliche, Erlöser und Erleuchter unserer See­len.«

Aus dem geöffneten Himmel bricht der göttliche Strahl, der hier die Stimme des Vaters sichtbar macht, tief in die Leere zwischen dem felsigen Geklüfte und dringt so in die Tiefe der Erde. In die­sem Strahl zeichnet sich die Taube des Geistes ab. Entlang der Senkrechten, die Himmel und Erde verbindet, erscheint so das Geheimnis der Trinität in ihrer ewigen Ordnung, die zugleich das Heil für die Menschen ist: Vom Vater durch den Sohn im Heiligen Geist ist alles Leben.

Staunend assistieren die Engel, bereit zum Dienen. Johannes vollzieht währenddessen mit innerem Wider­stand die Gebärde, die Jesus ihm auftrug. Die Axt, die schon an die Wurzel des Baumes rührt, kündet vom Beginn der Endzeit: Der Zugang zum Reich steht wieder offen für den, der sich auf den Weg macht, den der Knecht Jahwes vorgezeichnet hat: »»Auf ihn sollt ihr hören!« 

Die allegorischen Gestalten am Fuß der Ikone stellen den Jordan und das Rote Meer dar.

Die Fluten, die bis dahin das Refugium der Drachen waren, erkennen die Herrschaft des fleischgewordenen Wortes an, geheiligt durch seine Gegenwart werden sie in wunder­barer Umkehr der Dinge zu Mitteln des Heils für die Menschen erhoben. 

Hierin lag auch die Bedeutung des Gedenkkreuzes, das die Chri­sten Palästinas im Wasser des Jordans an der Stelle der Taufe Jesu errichtet hatten und das manchmal auf den Ikonen der Taufe er­scheint. Hier sind unter den Füßen Christi die drei Steinstufen gut zu erkennen, die als Sockel dienen. Auch die Fische, die wie Strahlen um die Beine Christi disponiert sind, haben ihre Bedeu­tung: Der kleine Fisch war ja Symbol für den Christen, für den Getauften, der jetzt frei in den Wassern des Lebens schwimmt. In dem Leben, das aus dem Leib des Herrn strömt, der gänzlich vom Geist durchdrungenen Materie. 

                                                                         
Es bleibt die Einladung, diese Ikone in aller Ruhe anzuschauen und sie zu meditieren. Möge sie den Eltern und Paten, die künftig ihre Kinder in unsere Kirche bringen und die Taufe erbitten, erzählen, welch wunderbares Geschenk Gott uns Menschen mit diesem Sakrament gemacht hat.

 

 

 

Küsterin: Frau Gabi Riehm

 

Fotos: Ursula Karrenbauer

 

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