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Dechant Klaus
Leist: Predigt zum Zweiten Fastensonntag (C) (Lk 9,28b-36): Anregungen und Auswahltexte zur Liturgie ZU
ERÖFFNUNG UND WORTGOTTESDIENST
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. 1. Lesung: Gen
15,5-12.17-18 - Gott tritt in das Leben Abrams ein und gibt ihm die Zusage auf reiche
Nachkommenschaft. Abram glaubt seinem Gott, so wie er es schon einmal bei seinem Auszug
tat. Und Gott schließt dann einen Bund mit ihm. Beten wir vertrauensvoll zu Gott unserem liebenden Vater,
der auf dem Berg Tabor in der Verklärung seinen Sohn Jesus Christus geoffenbart hat. ·
Für alle Christen, die in diesen Tagen der Fastenzeit Jesus
in Werken der Buße und der Nächstenliebe suchen. Gott, unser Vater ... ·
Für all jene Menschen, die nicht mehr glauben können oder
ihren Glauben verloren haben. Gott, unser Vater ... ·
Für die Kinder und jungen Menschen in unserer Gemeinde, die
sich mit ihrem christlichen Glauben schwer tun. Gott, unser Vater ... ·
Für die gleichgültigen und oberflächlichen Menschen, die
nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind. Gott, unser Vater ... ·
In unseren persönlichen Anliegen ... Gott, unser Vater ... ·
Für unsere Verstorbenen, besonders für jene, die wir
geliebt haben und die uns nahestanden. Gott, unser Vater ... Gott, du bist der Vater aller Menschen. Du hast allen dein
Wort und deinen Sohn geschenkt. Öffne unsere Ohren und unsere Herzen, damit wir dich
verstehen und von dir Zeugnis geben in dieser Welt, heute und alle Tage unseres Lebens. ZUR EUCHARISTIEFEIER Zum Friedensgruß -
Christus ist unser Friede und unsere Versöhnung. Wenn wir auf seine Stimme hören, dann
sind wir für seinen Frieden und für die Versöhnung mit Gott und untereinander bereit.
Predigt:Das Geschenk der Gottesbegegnung
Eine überraschende BegegnungAls
Papst Johannes Paul II. vor beinahe zwei Jahren sein Heimatland Polen besuchte, kam es am
Rande dieses Besuches an der Wigry Seenplatte im Nordosten des Landes zu einer
ungewöhnlichen Begegnung. Der Heilige Vater erinnerte sich an eine Familie Milewski, die
ihn bei einer Kajaktour vierzig Jahre zuvor mit einem Glas Milch gastfreundlich aufnahm.
Die Papstbegleiter machten auf seinen Wunsch hin diese Familie ausfindig und so fuhren an
einem Vormittag auf dem Bauernhof dieser Familie Kardinäle und Bischöfe mit dem Papst
vor. In
den Medien wurde nicht spektakulär darüber berichtet, worüber der prominente Gast mit
der Bauernfamilie gesprochen hat. Es mögen wohl die kleinen und großen Sorgen, die
Freuden und Leiden dieser Familie gewesen sein und auch die Erinnerungen des Papstes an
den damaligen Ausflug. Wenige
Tage später wurde Herr Milewski von einem befreundeten Journalisten jedoch auf diese
überraschende Begegnung befragt. Er sagte dazu: Ich habe verstanden, dass ich genau
zu dem Leben berufen wurde, das ich führe und nicht zu einem anderen, wie ich bisher
glaubte. Früher habe ich mehr als einmal meine Armut verflucht, da schien kein Sinn mehr
im Leben zu sein. Und nun kam der Heilige Vater zu unserer Familie und wusste unser Leben
zu würdigen. Von diesem Tag an hat sich für mich etwas geändert. Jetzt gehe ich mit
Freude in den Stall, um das Vieh zu versorgen. Bis jetzt geschah das nur aus Pflicht, weil
das Vieh eben versorgt werden muss. Und jetzt mache ich mir auch keine Vorwürfe mehr,
dass meine Kinder nur gebrauchte Kleidung anziehen können. Jede Gotteserfahrung greift in die Lebensgeschichte einSicherlich ist der Landwirt sehr bald wieder aus seiner Euphorie herausgeholt und auf den Boden der Wirklichkeit gekommen, doch diese Lebenserfahrung war für Herrn Milewski weitreichend und tragfähig: sein ganz alltägliches Leben in Arbeit und Familie wurde besucht und hat eine Wertschätzung erfahren. In seinen äußeren Vollzügen hat sich das Leben nicht verändert, denn noch immer muss der Bauer mit schwerer und mühseliger Arbeit für den Unterhalt der Familie arbeiten. Doch seine Einstellung zu seinem Leben ist eine andere: es ist sein ureigenes Leben, seine Berufung und sein unverwechselbarer Weg. Die Erfahrung, die diese drei Jünger Petrus, Johannes und Jakobus zusammen mit Jesus machen durften, war auch eine ganz außergewöhnliche. Und bestimmt waren sie auch auf eine solche Gottesbegegnung nicht vorbereitet, denn sonst hätten sie sich wach gehalten und wären nicht eingeschlafen. Diese Taborbegegnung war für sie zunächst ein ungewöhnliches, jedoch auch ein einmaliges und unwiederholbares Erlebnis, das sicherlich auch ihr künftiges Leben verändert hat. Denn dort, wo Gott in das Leben eines Menschen eintritt, ist nichts mehr wie es vorher war. Jede Gotteserfahrung, ob sie mit Leiden und Kreuz oder mit Freude und Jubel geschieht, hat Auswirkungen auf die künftige Lebensgestaltung; jede Gotteserfahrung, ob gewollt oder nicht gewollt, greift so in die Lebensgeschichte eines Menschen ein, so dass das Leben eine neue Dimension bekommt und mit den Augen des Glaubens und der Liebe gesehen und gedeutet wird. Ein Blick auf Ostern Petrus hat die Gunst der
Stunde erkannt und es für seine beiden Freunde Mit einem solchen Gottesgeschenk im Gepäck sind die Jünger mit ihrem Herrn wieder den Berg hinunter gestiegen und in ihre Lebenswelt wieder eingestiegen. Ein solches Geschenk ist nicht zum Herumposaunen, ein solches Geschenk ist für das Herz bestimmt, das das Leben lenkt. Es war aber ein solches Geschenk für die drei, dass sie für den Weg nach Jerusalem, nach Gethsemani und die dort auf sie wartenden Ereignisse gewappnet waren. Die
Überraschungen Gottes
Gottesbegnungen oder solche Erfahrungen, in denen wir die Nähe Gottes deutlich erkennen oder auch greifbar spüren, sind uns heute genauso geschenkt. Diese können wir nicht vorprogrammieren, selber inszenieren oder per Mausklick bestellen, sondern solche Erfahrungen mit Gott werden uns geschenkt. Oft unvermittelt, plötzlich und vor allem dann und dort, wo wir vielleicht gerade nicht damit rechnen. Es sind die Überraschungen Gottes, mit denen er unser Leben würdigen will, mit denen er uns unsere Berufung erkennen lassen will. Und selbst wenn sich unsere Biographie nicht spektakulär oder gravierend verändert, dann aber doch so, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden und uns selber so annehmen, dass wir wieder bewusster und froher leben. Vielleicht kann uns das heutige Evangelium und auch Herr Milewski aus Polen in diesen Tagen der Fastenzeit dazu eine Hilfe sein! |